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Brauchtum

Brauchtum

Die Pilsener Landschaft ist eine Region, deren Bewohner die  festen  Verknüpfungen zu Traditionen und Bräuchen ihrer  Vorfahren einhalten. Das auf Traditionen und Bräuche   ausgeprägteste Gebiet  ist das Chodenland. Im Mittelalter bildete es ein ausgedehntes Gebiet, zergliedert  in Zonen von  Taus (Domažlic) über Haid (Bor) und  Tachau (Tachov) bis Plan (Planá). Sein Zentrum ist Taus (Domažlice). Die Tradition wird hier noch heute eingehalten und von Generation zu Generation  weiter gegeben. Die temperamentvollen Bewohner zeigen sich gern in ihren Choden-Trachten, sprechen den singenden Dialekt und singen chodische Lieder.  Falls Sie das Chodenland besuchen, fesseln Sie hauptsächlich die chodische Keramik, die Architektur der ländlichen Bauten und die traditionelle Volksgastronomie. Zur Schau  steht eines der ältesten volkskundlichen Festlichkeiten in Tschechien bereit - das Chodenfest, welches alljährlich im August (1. Wochenende nach dem 10.8.) durchgeführt wird. Die Stadt  Taus (Domažlice) wird nicht  nur mit traditioneller Folklore sondern auch mit Tanz- und Musikgruppen aus den anderen Teilen der Republik wie auch aus dem Ausland belebt. Bunt gestaltet ist der alttschechische Jahrmarkt im Zentrum der Stadt mit dem  Verkauf tradioneller Erzeugnisse und mit Veranschaulichungen bzw. Kostproben  mittelalterlichen Handwerks. Hier können Sie den Duft frisch gebackener Kuchen einatmen, frisches Gebäck namens Trdlo oder Kartoffelgericht namens Lokše verkosten, zusehen wie der Schmied das Eisen schmiedet bzw. der Holzschnitzer Schüsselchen schnitzt oder  man probt sein eigenes Können  auf der Töpferscheibe aus.
Zu den aufgesuchten Aktionen gehören auch weitere Folklorefestivals -  das im Juni stattfindende Internationale Folklorefestival in Pilsen,  im Juli  die volkskundliche Festlichkeit in Steingrün (Výhledy), im März die Vorführung der Blasmusik in Klatowitz (Klatovice) oder im Juli das Internationale Foklorefestival  in  Klattau (Klatovy) .
Für die Pilsener Region ist auch die  600 Jahre alte Tradition der Glasmacher,  die  sich auf dem Gebiet des Böhmerwaldes (Šumava), des Brdy und des Oberpfälzer Waldes (Český les) (Oberpfälzer Wald) entfaltete. Die ersten urkundlichen Erwähnungen stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, wo in den Böhmerwald die Glasmacher aus Bayern kamen und wo noch  bis  heute die Glasmacherei rege betrieben wird.  Die Anzahl der  Glasbläsereien verdoppelte sich im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts  und vor dem 30-jährigen Krieg gab es allein nur im Böhmerwald 25. Der 30-jährige Krieg verdrängte jedoch die Glasmacherei.  Nach dem Krieg kam es wieder zum Aufschwung, dank des Zuzugs neuer Glasmacherfamilien im 18. Jahrhundert. Beachtenswert war die Herstellung des Tafelglases, worin die Familie Abele aus  Markt Eisenstein (Železná  Ruda)  ausgezeichnet war.  
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es nach und nach zum Zusammenschrumpfen  der  Glasmacherei. Der Erste und Zweite Weltkrieg sowie die nachfolgende Verstaatlichung der Glaswerke nach dem kommunistischen Putsch von 1948 haben diese Tradition für lange Jahrzehnte unterbrochen. Bis zur heutigen Zeit ist nur die Schleiferei in Annin erhalten geblieben. Zur Zeit lebt  die Glasmachertradition wieder auf und neue Firmen knüpfen an sie an. Falls Sie mehr über die Schönheiten des Böhmerwald-Glases erfahren möchten, so besuchen Sie die ständige Ausstellung des Böhmerwald- Museums in Markt Eisenstein ( Železná Ruda) oder in  Bergeichenstein (Kašperské Hory).

Traditionen und Bräuche leben nicht nur in der Pilsener Region während dieser bedeutendsten Feiertage auf, sondern auch  mit kleinen Unterschieden in der ganzen Tschechischen Republik :

Sternsinger oder das Dreikönigsfest 
Dreikönigstradition im Januar (6.1.), die noch in einigen Städten so abläuft, wie Anno dazumal. Die Drei Könige kommen in die Häuser, singen Weihnachtslieder und schreiben mit weißer Kreide an die Tür die Initialen  K+M+B als Symbol des Segens für das ganze Jahr. Mit den Sternsingern bzw. dem Dreikönigsfest verbindet sich auch die Dreikönigssammlung, wo alljährlich am 6. Januar die Weihnachtssänger mit Geldbüchsen durch die Straßen ziehen, und  Geld für Menschen in Not  und wohltätige Zwecke einsammeln.
Fastnacht (Januar bis Februar)  ist eines der lustigsten Feste im Jahr. Ein Fest voller Feiern, guter Speisen und des Spaßes, das der Fastenzeit vorangeht. Noch immer wird in einigen Regionen die Tradition des Maskenzuges, der mit Musik duch das Dorf  zieht, eingehalten. 
Ostern (März, April)  Frühlingsbegrüßung aber auch das bedeutendste christliche Fest, wo Eier bemalt  (als Symbol der Fruchtbarkeit, der Ernte und des Lebens),  Osterruten geflochten (damit die Mädchen das ganze Jahr über gesund und lustig sind) , Kuchen in Form eines Lammes gebacken (Symbol Gottes Lamm) oder Getreide ausgesät werden ( als Beginn der landwirtschaftlichen Arbeiten). Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert.  Am Vormittag des Ostermontags ziehen die Jungen um die Häuser, "schlagen" die Mädchen  mit der Osterrute und erhalten dafür eine Belohnung in Form von Ostereiern, Eiern oder Schokoladenhasen.
Jakobsnacht (vom 30.4. zum 1.5.) Philippinacht  – am letzten Apriltag finden sich viele Menschen am Lagerfeuer ein, um eine Stoffpuppe in Gestalt einer Hexe zu verbrennen. Damit soll bösen Kräften entgegengewirkt werden, damit sie nicht in die Menschenwelt gelangen. In dieser Nacht sammelt man auch Heilkräuter (vor allem Wegerich) und man sagt auch, dass die Erde ihre Schatzkammer öffnet.  Traditionell werden geschmückte Maibäume (májky) auf den Stadtplätzen und auch vor den Häusern aufgestellt.
Pfingsten ( Mai bis Juni)    - während der Pfingstfeiertage ist es üblich, die Kirchen und Wohnungen mit Grünem und Blumen zu schmücken. In der Volksauffassung handelt es sich um das Fest der Sommerbegrüßung. Es beginnt am siebten Sonntag nach Ostern, also hat Pfingsten kein genau festgelegtes Datum. 
Nikolaustag ( Nacht vom 5. zum 6. 12.)  – am frühen Abend, in der Dämmerung, geht Nikolaus, begleitet von Teufel und Engel,  in die Häuser und lässt die Kinder, die dort  wohnen,  zu sich rufen. Für irgendein Gedicht oder Lied belohnt er die Kinder, doch wenn  er von den Eltern erfährt, dass sie nicht brav waren , schimpft er sie aus. Der Teufel jagt ihnen Furcht ein und der Engel behütet sie.
Weihnachten (24.- 26.12)  – Feiertage der Ruhe, der Liebe und des Friedens. Städte und Dörfer beleben unter dem Glanz der Lichter, den Weihnachtsbäumen auf den Plätzen, erleben traditionelle Jahrmärkte und durchströmen Mistel- und Tannenduft. Daheim  werden Weihnachtsplätzchen gebacken, Bäumchen geschmückt, Weihnachtskrippen aufgestellt , die Wohnungen ausgeschmückt und für den Heiligen Abend (Štědrý den) Vorbereitungen  für die  traditionelle Fisch- und Erbsensuppe, den Kartoffelsalat, den panierten Karpfen sowie für eine Unmenge anderer Leckerbissen  getroffen. Unter den geschmückten Weihnachtsbaum werden die Weihnachtsgaben  gelegt  und nach dem Abendessen läutet das Glöckchen die Bescherung ein und die Kinder laufen flink zum Weihnachtsbaum,  um ihre Geschenke auszupacken. Man singt Weihnachtslieder, hört Märchen oder unternimmt einen Abendspaziergang. Das größte massenhafte Weihnachtsliedsingen in Tschechien findet schon traditionell als Bestandteil des Advents in Pilsen auf dem Platz der Republik statt.

Zuletzt geändert: Beránek Filip (30.06.2010)

 


 

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